Unsere Kunden in Interviews

An dieser Stelle möchten wir unsere Kunden zu Wort kommen lassen - in Form von Interviews zu ihrem Beruf und ihren geschäftlichen Reisen. Es ist eine etwas ungewöhnliche Art der Kundenbefragung und der Bewertung unserer Arbeit als Geschäftsreisebüro. Wir glauben aber, dass wir auf diese Weise auch unsere Wertschätzung unseren Kunden gegenüber ausdrücken können.

 

Wir beginnen unsere Interview-Reihe mit einem unserer langjährigsten Stammkunden: Univ.-Prof.em. Dres.mult. Wolfgang Müller-Ruchholtz.

Univ.-Prof.em. Dres.mult. Wolfgang Müller-Ruchholtz
Univ.-Prof.em. Dres.mult. Wolfgang Müller-Ruchholtz

LCC Fahrenkrog: Herr Professor Müller-Ruchholtz, Sie sind einer unserer langjährigsten und somit treuesten Kunden. Aus diesem Grund möchten wir mit Ihnen unsere Interview-Reihe beginnen. Doch bevor wir mit der ersten Frage beginnen, möchten wir Sie kurz den Besuchern unserer Webseite vorstellen. Für diejenigen, die sich genauer über Sie informieren möchten, sei auf den Wikipedia-Eintrag im Internet verwiesen.

Herr Professor Müller-Ruchholtz, Sie wurden 1928 in Mülheim an der Ruhr geboren. Nach dem Krieg studierten Sie Medizin und Zahnheilkunde. 1955 und 1956 promovierten Sie in beiden Disziplinen. 1966 folgte Ihre Habilitation für Immunologie und Medizinische Mikrobiologie an der Universität in Kiel. Ihren ersten beruflichen Aufenthalt in Übersee verbrachten Sie 1959-1960 an der University at Buffalo, The State University of New York. Buffalo war damals das Mekka der Immunpathologie und dieser Aufenthalt beeinflusste Ihre weitere berufliche Karriere. Die Anreise erfolgte damals noch per Schiff, von Bremerhaven nach New York. Diese Schifffahrt buchten Sie 1959 im Reisebüro Fahrenkrog. Der Geschäftsführer war damals Werner Fahrenkrog, der Großvater des heutigen Geschäftsführers Philipp Fahrenkrog. Erzählen Sie uns bitte kurz, wie es zu Ihrer ersten Reise mit Fahrenkrog 1959 gekommen ist.

 

Prof. Müller-Ruchholtz: Lassen Sie mich meine Biografie damit ergänzen, dass ich nach dem Abitur erst einmal Hilfskrankenpfleger in der Chirurgischen Klinik des Evangelischen Krankenhauses meiner Heimatstadt (heute geleitet von einem meiner wissenschaftlichen Schüler) war − und das als guten beruflichen Startpunkt in bester Erinnerung habe. Zwischen dem Studiumsende und der Habilitation in einem klinisch-theoretischen Fach, das dank der Nationalsozialisten nach dem 2. Weltkrieg in dem einstmals führenden Deutschland erst neubegründet werden musste (und heute zu den maßgeblichen Grundlagen der Medizin gehört), lag meine praktisch-klinische Grundausbildung als Assistenzarzt an diversen Krankenhäusern und die Erfahrung schlichtweg divergenter wissenschaftlicher Stile an einem Max-Planck-Institut gegenüber einem von aus Europa verjagten Juden geprägten US-Institut mit Weltgeltung. Zu letzterem gelangte ich im Februar 1959 dank eines Fulbright Stipendiums und einer Schifffahrtskarte – der einzigen meines Lebens – von Fahrenkrog.

Ein paar Monate Vakanz hatte ich in Kiel verbracht, wo man mir als solides Reisebüro für größere Reisen zu günstigen Preisen Fahrenkrog empfahl: von Bremerhaven nach New York über den im Frühjahr sturmzerwühlten Nordatlantik, und zwar eine Woche in der Billigklasse in einer Viererkabine mit wilden Kerlen, im Bug eines sich vom aus dem Wasser erhebenden und dann zurückkrachenden 34000-BRT-Dampfers. Der modernere Fluggast, ein paar Stunden über den Wolken von Hamburg nach New York, kann das (leider) nicht mehr erleben. Aber Fahrenkrog hat es mir damals finanziell überhaupt erst ermöglicht – dafür Dank noch heute!

 

LCC Fahrenkrog: Nach Ihrer Rückkehr aus den USA wurden Sie Stellvertretender Direktor des Kieler Instituts für Hygiene und Mikrobiologie. Ab 1980 waren Sie Direktor des neugegründeten Instituts für Immunologie in Kiel. Warum sind Sie Fahrenkrog nach Ihrer Rückkehr nach Kiel treu geblieben?

 

Prof. Müller-Ruchholtz: Erlebnisse, wie die hier nur kurz in Erinnerung gebrachten, prägen und können Verhaltensmuster schaffen. Soweit ich in den folgenden Jahren in Kiel und nicht wieder in den USA war, soweit ich und bald auch meine Mitarbeiter auf Kongressreisen in die ganze Welt gingen (per Flugzeug!): natürlich immer mit Hilfe von Fahrenkrog, und ohne Ärger – Dank noch heute!

 

LCC Fahrenkrog: 1982 und 1986 lehnten Sie Rufe US-amerikanischer Universitäten ab, um das Kieler Institut auszubauen und wissenschaftlich voranzubringen. Immerhin umfasste das Institut mehr als 70 Mitarbeiter aus über 10 Nationen von vier Kontinenten. 1992 erhielten sie die Ehrendoktorwürde der Medizinischen Akademie der Universität Poznan. Sie waren beruflich viel unterwegs. Wie hat sich das Reisen verändert? Ist es einfacher oder schwieriger geworden?

 

Prof. Müller-Ruchholtz: Wieso ich in Kiel geblieben bzw. dahin zurückgekehrt bin? Natürlich nicht wegen seiner zentralen Lage und Bedeutung. Vielmehr gibt es andere Gründe: Wie bereits angedeutet, war ich eine Doppelehe eingegangen – und die wollte ich weiterleben. Meine Frau stellt mich vor die Frage „Was willst Du: noch mehr Karriere in den USA und damit American way of life for our three children?“ Und außerdem: Das Reisen ist so viel einfacher, schneller und sicherer organisierbar geworden (jedenfalls ist das meine Erfahrung mit Hilfe eines guten Reisebüros).

 

LCC Fahrenkrog: Nach Ihrer Emeritierung 1995 haben Sie sich nicht zur Ruhe gesetzt, sondern hielten Vorträge im In- und Ausland. Sie waren als Gutachter und Berater für Ministerien und Fachorganisationen tätig und hatten unter anderem den Vorsitz einer Ethikkommission zur Genehmigung wissenschaftlicher Tierversuche inne. Was meinen Sie zum Internet und den elektronischen Möglichkeiten auch in Bezug auf das Buchen von Reisen? Wir dürfen ja sicherlich verraten, dass Sie Ihre Reisen eher telefonisch buchen. Wie wichtig ist Ihnen das persönliche Gespräch – jetzt im Alter und wie war es früher?

 

Prof. Müller-Ruchholtz: Meine Tätigkeiten seit der Emeritierung sind auch heute noch nicht alles Dinge der Vergangenheit. Freilich muss ich auf viele gewünschte große Reisen verzichten – aber umso wichtiger ist mir das persönliche Gespräch, die Beratung für den Rest.

 

LCC Fahrenkrog: Eine sehr große Anerkennung Ihrer Arbeit wurde Ihnen 2008 durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes I. Klasse zuteil, „für herausragende wissenschaftliche Verdienste im Gesundheitswesen“. Sie sind immer noch beruflich unterwegs, in letzter Zeit viel mit der Bahn. Oftmals zusammen mit Ihrer Frau, die ebenfalls promovierte Medizinerin ist, Dr. Ruth Müller-Ruchholtz. Sie könnten Ihre Reisen selbstständig im Internet buchen, vertrauen aber auch noch nach fast 60 Jahren dem persönlichen Service und der Kompetenz der Fahrenkrog-Mitarbeiterinnen − trotz der unweigerlich anfallenden Servicegebühren, über die so viel geschimpft wird. Warum?

 

Prof. Müller-Ruchholtz: Was meine drei Kinder, ihre Ehepartner, unsere neun Enkelkinder ohne persönliche Kontakte, mit elektronischen Maschinen erledigen, an Reisen planen usw. – nein, das ist mir meist zu hoch, ich gestehe es. Zwar ist meine alte Chefsekretärin längst im (tätigen) Ruhestand; aber: auch Fahrenkrog ist mir geblieben. Die Damen sind einfach prima und haben mein volles Vertrauen. Und was die Servicegebühren betrifft: Ich schimpfe nicht mit.

 

LCC Fahrenkrog: Sie können auf ein außerordentlich erfolgreiches Leben zurückblicken und sind viel in der Welt herumgekommen. Was gefällt Ihnen an Kiel?

 

Prof. Müller-Ruchholtz: Was gefällt mir (immer noch) an Kiel? Eine Universitätsstadt ist eine Universitätsstadt; Kiel ist sogar eine alte (1665) und hat sogar in der Medizin einen erst vor wenigen Jahrzehnten entstandenen Ableger (Lübeck). Stolze Heimatbeflissene fügen eine Menge hinzu. Ich liebe die Umgebung und unser Haus in Molfsee bei Kiel oberhalb einer mehrere Meter hohen Böschung direkt am Rammsee (mit seinen ewig kreischenden Kanadagänsen, deren Sprache ich immer noch nicht verstehe). Eines der Fenster meines Arbeitszimmers blickt auf diesen See, der spiegelglatt und sturmgepeitscht sein kann, mit Bäumen und Sträuchern umgeben. Und meine Gedanken über die Macht der Emotionen und die immer noch zu geringe Macht der Vernunft tragen mich weiter und weiter.

 

LCC Fahrenkrog: Würden Sie „Fahrenkrog“ weiterempfehlen?

 

Prof. Müller-Ruchholtz: Was fragen Sie da? Natürlich würde ich – mehr als weiterempfehlen.